Leseprobe
Geschrieben von Schweinshaxen   
Dienstag, 27. November 2007

An dieser Stelle möchten wir Euch auch auf den parallel zu Legend: Hand of God erscheinenden Roman zum Spiel aufmerksam machen. Hier eine kleine Leseprobe:

Prolog: Auf dem Schlachtfeld…

I

Die riesige Axt krachte ohrenbetäubend gegen den rechteckigen Zwergenschild, dessen Träger unter der Wucht des Schlages zurückwich und sich unwillig schüttelte. Wahrlich, das letzte Aufgebot der Orks besteht aus guten Kämpfern, dachte Olgierd, bevor er mit einem Schrei seinen Kriegshammer gegen die Rüstung des Orks krachen ließ. Bereits von einigen Pfeilen durchbohrt, war dieser Schlag zuviel für das grünhäutige Muskelpaket: Mit einem Stöhnen fiel der Ork zur Seite und rührte sich nicht mehr. Olgierd stellte sich über ihn und brachte es mit einem weiteren Hieb zu Ende. Dann ließ er seinen Blick über das riesige Schlachtfeld ziehen: Eine düstere Steinwüste mit vulkanisch, säulenförmigen Formationen. Scharenweise stürzten die Orks auf dem Hochplateau, gefällt von Zwergenäxten und Elfenpfeilen. Tausende lagen erschlagen oder tödlich verwundet, während die Armee der Zwerge und Elfen so gut wie keine Verluste hinzunehmen hatte. Das Sirren der Elfenpfeile hielt unvermindert an und auch die vertrauten Kampfschreie der Zwerge um ihn herum ließen nicht nach. Nur in etwa 100 Fuß Entfernung hielt ein dichter Wall aus Orkkriegern dem Ansturm des Allianzheeres noch stand. Olgierd wurde neugierig. Wenn sie diesen Ort mit ihrem Leben schützen, dann muss dort etwas sein, für das es sich zu sterben lohnt, dachte der Zwergenfürst und rannte auf das Schlachtgetümmel zu.

Es würde nur noch wenige Augenblicke dauern bis die Orks den Kampf verloren. Dutzende der Grünhäute bluteten aus tiefen Wunden und es bildeten sich erste Risse in ihrer Schlachtreihe. Olgierd konnte durch die Lücken ein etwa 60 Fuß hohes Bauwerk erkennen, das mit großen, totenkopfähnlichen Verzierungen geschmückt war. Einige Orkschamanen hatten sich darum versammelt und führten offenbar ein Ritual aus. Sie schienen zu irgendwelchen heidnischen Göttern zu beten oder um den Sieg, dachte der Zwergenfürst. Oder führten sie noch etwas anderes im Schilde? Olgierd beschloss, das herauszufinden und bahnte sich mit wuchtigen Schlägen einen Weg durch die halbtoten und völlig erschöpften Gegner. Einige seiner Männer folgten ihm durch die Bresche und attackierten die Ork-Wachen, die in der Nähe der Schamanen Posten bezogen hatten. Wir müssen sie aufhalten. Was immer sie dort treiben, dachte Olgierd, als er das kalte, blaue Licht bemerkte, das sich plötzlich zwischen den Schamanen bildete. Die Zwerge rannten so schnell sie konnten auf die Gruppe zu, um zu verhindern, was immer dort auch gerade geschah. Doch irgendetwas war schneller als sie: Ein gleißender Feuerstrahl schoss an den Zwergen vorbei und traf einen der Orks in den Rücken. Er ging sofort in Flammen auf und fiel schreiend zu Boden – die Kette der Orks brach auf. Panik griff um sich, als ein Schamane nach dem anderen scheinbar von unsichtbaren Gegnern attackiert und getötet wurde. Elfenpfeile, die jetzt zu hunderten flogen, taten ein Übriges, um dem Spuk schnell ein Ende zu bereiten.

Olgierd grübelte unterdessen darüber nach, was die Schamanen wohl angegriffen hatte. Sie hatten offensichtlich durch den Tod eines ihrer Artgenossen die Kontrolle über etwas verloren, das sie schließlich attackiert hatte. Aber was war es gewesen? Die wahnsinnige Angst in den Augen der Orks war durch etwas Außergewöhnliches und nicht durch Pfeile oder Äxte ausgelöst worden, das waren die Grünhäute schließlich seit Jahren gewohnt. Olgierd hatte Gerüchte gehört, wonach Orks sich mit bösen Geistern verbündeten und diese zu Hilfe rufen konnten. Vielleicht war er gerade Zeuge davon geworden, dass diese Geschichten stimmten und sich die beschworenen Wesen für irgendetwas bitter gerächt hatten. Olgierd versuchte den Urheber des Feuerballs zu entdecken, der gerade gefährlich nahe an ihm vorbei geflogen war und das, obwohl er die Antwort bereits kannte. Seine Augen gaben ihm recht: Reserviert und würdevoll näherte sich Kaskaras, der größte unter den mächtigen Elfenmagiern, Olgierd und seinen Getreuen. Der Zwergenfürst deutete eine Verbeugung an, wobei er Kaskaras allerdings keine Sekunde aus den Augen ließ und der antwortete mit einem leichten Nicken. Dann ging der Elf weiter auf die toten Orkschamanen zu.

 
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